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"Das Scheitern des Realsozialismus hat nicht die Notwendigkeit widerlegt, den Kapitalismus als ein verselbständigtes, überflüssiges Zwangsverhältnis abzuschaffen. Die Kosten des kapitalistischen Normalvollzugs, die Armseligkeit seines Reichtums und seine mörderische Armut spotten dem eilig ausgerufenen Ende der Geschichte tagtäglich und weltweit Hohn. Dem Realsozialismus ist aber nicht einfach die Idee des Kommunismus entgegenzuhalten. Kommunismus ist kein Zustand, der hergestellt werden soll, kein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten hat. Kommunismus nennen wir die wirkliche Bewegung, welche den falschen Zustand aufhebt. Mit dem Kommunismus kommt der Anfang der Geschichte."
Die Demonstration startete um 16.30 Uhr mit mäßiger Beteiligung am Checkpoint Charlie (Friedrichstr./Kochstr.). Neben vielen Schildern "Etwas besseres als die Nation" und für die antifaschistische Demo am 9.11. in Belrin-Moabit konnten diesmal auch unzählige "Staat. Nation. Kapital. Scheisse. "-Fähnchen mitgeführt werden. Bei der antinationalen Parade in Berlin am 23.Mai wurden diese noch beschlagnahmt und sogar einige Personen deswegen festgenommen worden. Dies wurde im Nachhinein gerichtlich gekippt ( http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/fahnen-sind-keine-waffen/). Außerdem gab es ganze vier Stangentransparente. Neben einem "Für den Komminismus!" einem das forderte "Sabotiert deutsches Heldentum!", gab es auch ein sehr großes das kurz und knapp feststellt "Hör mir uff mit Deutschland!". Der erste Teil der Route führte über die Einkaufs- Und Touristenmeile Freidrichstraße. Unterstützt durch den sehr großen Lautsprecherwagen zog die Demo lautstark und offensiv an den verdutzten Touristen vorbei. Schon nach wenigen hundert Metern schritt die Polizei völlig ohne Grund ein und griff die Demospitze an. dabei wurde u.a. das Fronttransparent entwendet und dei Demo für gut 10 Minuten aufgehalten. In der Presse rechtfertigt die Polizei diese Maßnahme mit "zu großen Transparenten". Das ist angesichts der Tatsache, das es keinerlei Auflagen diesbezüglich gab ein allzu durchsichtige Schutzbehauptung. Nachdem ein neues Fronttransparent organisiert wurde, konnte die Demonstration dann mit großem Polizeiaufgebot an der Spitze weiterziehen. Zum Teil gab es doppeltes Spalier von äußerst agressiven Polizisten. Weiter ging es über Unter den Linden und Universitätsstraße zur Tucholskystraße und dann zur Oranienburgerstraße, wo vor der Synagoge erneut eine Zwischenkundgebung abgehalten wurde. In dem Redebeitrag wurde darauf aufmerksam gemacht, das vor lauter Feierei am 9.November die Erinnerung an die antisemitischen Pogrome 1938 in den Hintergund rückt. Der Redebeitrag endete mit einem Aufruf zur Demonstration am Montag in Berlin-Moabit ( http://www.aim-berlin.de.vu). Während der Demonstration wurden außerdem Aufrufe gegen das Heldengedenken in Berlin-Neukölln ( http://neukoelln.antifa.net/), die Neonazidemonstration in Halbe ( http://abso-berlin.tk/), die Gedenkdemo in Göttingen ( http://www.redical.antifa.net/index.php) und die alljährliche Silvio Meier Demo ( http://www.silviomeier.de.vu/) verteilt. Außerdem gab es die zweite Ausgabe der „Straßen aus Zucker“, die sich schwerpunktmäßig ebenfalls mit Geschichte, Realsozialismus, Kommunismus und der „Wiedervereinigung“ beschäftigt. Eigentlich sollte die Demonstration am Rosa-Luxemburg-Platz enden, wurde allerdings wegen einer Neonazi-Spontandemo in Köpenick vorzeitig aufgelöst, um den TeilnehmerInnen die Anreise nach Köpenick mit der S-bahn zu vereinfachen. Dort sollte ein Konzert der Neonazi-Modemarke „Erik and Sons“ mit der Band „Kategorie C“ statfinden, was aber kurzfristig abgesagt wurde ( http://de.indymedia.org/2009/11/264867.shtml). Aus Protest gegen die Verhinderung des Konzertes mobilisierten die Neonazis zu einer Spontandemonstration, die natürlich nicht ungestört stattfinden soll ( http://de.indymedia.org/2009/11/265053.shtml).
Bereits im Vorfeld der Demo hatte es einge Veranstaltungen und Workshops gegeben. Die letzte fand gestern Abend in der Berliner Humboldt-Universität statt. Zunächst war diese Veranstaltung mit dem Titel "Ausgerechnet Bananen! - Zu Scheitern und Zukunft des Kommunismus." im Audimax der Uni geplant. Nachdem auf Indymedia Aufrufe auftauchten im Anschluß den Beispielen aus Potsdam, Münster, Östereich,... ( http://de.indymedia.org/2009/11/264878.shtml) zu folgen und ebenfalls den Audimax zu besetzen, wurde allerdings auf Initiative der Berliner Polizei von der Unileitung der Audimax gesperrt und die Veranstaltung mußte in einem großen Hörsall im Ostflügel sattfinden. Dort hörten dann ca 150 Menschen die Beiträge von Christian Schmidt aus Leipzig und den Gruppen antifa [f] sowie T.O.P.B3rlin. Es ging sowohl um den Verlust des Politischen im Realsozialismus, als auch den aktuellen Umgang mit der "friedlichen Wende-Revolution" 1989 in der offiziellen, deutschen, nationalen Ideologie.
Im kommenden Jahr wird dann der 20.Jahrestag der "Wiedervereinigung" am 3.Oktober erneut zu offiziellen Feierlichkeiten und nationalem Dauerbeschuß auf allen Kanälen führen. Auch dann gilt es dem wieder entgegenzuhalten: "Mitten in der Krise bildet die nationale Einheits-Show den ideologischen Kitt einer Gesellschaft im globalen Kampf um Verwertungsbedingungen. Hier bestätigen Staat und Volk ihren Bund für kommende Konkurrenzschlachten. Hier werden soziale Spaltungen symbolisch überbrückt, während sie sich real weiter vertiefen. Zwar verdammt die kapitalistische Gesellschaft alle ihre Mitglieder zu einer endlosen Konkurrenz gegen einander. Doch sie macht sie gleichzeitig zu Komplizen im weltweiten Kampf der Standorte. Von der Konkurrenzfähigkeit der nationalen Verwertungszone hängt im Leben der Bürger_innen fast alles ab: Bildungsmöglichkeiten, Einkommenschancen und soziale Sicherung. In dieser objektiven Abhängigkeit Aller vom unberechenbaren Weltmarktschicksal des ‘eigenen’ Staates erscheint nationale Identität als Ausdruck einer naturwüchsigen, schicksalhaften Gemeinschaft."
verschiedene Aufrufe zu Demonstration:
Bündnisaufruf - http://www.einheit-und-freiheit.de/texts/view/27
Internationale KommunistInnen - http://interkomm.so36.net/archiv/2009-11-07/2009-11-07.php
Aufruf verschiedener Gruppen - http://www.naturfreundejugend-berlin.de/node/151
Indymedia-Artikel im Vorfeld:
Das deutsche Superjubeljahr und Proteste dagegen - http://de.indymedia.org/2009/10/264474.shtml
Workshop zur kritik an staat,nation + kapital - http://de.indymedia.org/2009/11/264639.shtml
7.11. Bln: Es gibt kein Ende der Geschichte! - http://de.indymedia.org/2009/11/264713.shtml
News zur antinationalen Demo in Berlin - http://de.indymedia.org/2009/11/264761.shtml
Überblick zur Antinationalismus-Diskussion - http://de.indymedia.org/2009/11/264839.shtml |